Briefwechsel

Wentzel, Ina und Wedekind, Frank

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Zürich, 11. Januar 1888 (Mittwoch)
von Wentzel, Ina
an Wedekind, Frank

Zürich, 11/I 88


Geehrter Herr!

Bitte, vergeben u. vergessen Sie alle Worte die Gestern abendam 10.1.1888; möglicherweise ist hier aber auch ein Treffen am gleichen Abend gemeint, um das Ina Wentzel in einem zweiten Brief vom 11.1.1888 gebeten hatte, und sie antizipierte, dass der vorliegende Brief Wedekind erst am Folgetag erreichen würde. gesprochen wurden.

Durch Gottes Hülfe werde ich mir schon meinen Weg bahnen u. meinen Muth nicht sinken lassen, aber zur Welt zurückkehren! – „Nie.“

Dies war aber auch gewiß nicht im Ernste gesprochen nicht wahr? –

Mit achtungsvollen Grüßen

Ihre I. W.


[um 45 Grad gedreht in der linken unteren Ecke:]

Nochmals herzl. Dank für freundl. Begleitung.

D. W.Namenskürzel unklar.Namenskürzel unklar.

Einzelstellenkommentare

Zürich, 11. Januar 1888 (Mittwoch)
von Wentzel, Ina
an Wedekind, Frank

Zürich, 11/I. 88.


Werther Herr!

Wollen Sie die Güte haben und mich heute abend um 5 Minuten vor acht Uhr e am gewissen Bache KidronTal (Wadi) zwischen Jerusalem und dem Ölberg; (bibl.) Johannes 18,1: „Als Jesus dieses gesagt hatte, ging er mit seinen Jüngern hinaus über den Bach Kidron, wo ein Garten war, in den er hineinging, er und seine Jünger.“ Welcher Ort in Zürich hier gemeint ist, ist nicht ermittelt. erwarten? –

Bitte um zusagende Antwort. –

Freundl. grüßend
Ihre
I. W.Ina Wentzel; nicht näher identifiziert. Im Nachbarhaus von Wedekinds Wohnung in der Plattenstraße 35 in Fluntern, wo er bis Anfang September 1887 wohnte, war der Buchhändler Karl Wentzel verzeichnet (Plattenstraße 37) [vgl. Adressbuch der Stadt Zürich, 1889, Teil I, S. 347], Ina Wentzel war also möglicherweise dessen Tochter. Weitere Bewohner mit diesem Nachnamen sind seinerzeit in Zürich nicht aufgeführt.

Einzelstellenkommentare

Hottingen, 17. Januar 1888 (Dienstag)
von Wedekind, Frank
an Wentzel, Ina

[Hinweis in Ina Wentzels Brief an Wedekind vom 18.1.1888 aus Zürich:]


Sodann Beantwortung Ihrer Zeilen mündlich.

Einzelstellenkommentare

Zürich, 18. Januar 1888 (Mittwoch)
von Wentzel, Ina
an Wedekind, Frank

Zürich 18/I 88.


Sehr geehrter Herr!

Wenn Zeit u. Lust es Ihnen erlauben, wollen Sie mich Morgen abendam 19.1.1888. um ¾ auf acht Uhr nach AusersiehlDer nordwestlich von Zürich gelegene Vorort Aussersihl, 1893 eingemeindet. begleiten???

Ja, so kommen Sie bitte Donnerstag um die angegebene Zeit ans Geschäftnicht ermittelt., Ihre werth. Gegenwart würde mich natürlich sehr freuen! –

Sodann Beantwortung Ihrer Zeilennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Ina Wentzel, 17.1.1888. mündlich.

Mit aller Hochachtung
Ihre
Ina Wentzel.

Einzelstellenkommentare

Hottingen, 24. Januar 1888 (Dienstag)
von Wedekind, Frank
an Wentzel, Ina

[Hinweis in Ina Wentzels Brief an Wedekind vom 25.1.1888 aus Zürich:]


Der Muth fehlte Ihnen? […] Mußte natürlich unwillkürlich über diesen drastischen Ausdruck lächeln. […] Mißtrauen soll ich […] Besten Dank für Auskunft […]

Einzelstellenkommentare

Zürich, 25. Januar 1888 (Mittwoch)
von Wentzel, Ina
an Wedekind, Frank

Zürich, 25I 88.


Sehr geehrter Herr!

Der Muth fehlte Ihnen? Aber ich bitte Sie, seit wann fehlt denn dem Herrn Wedekind der Muth! –

m/M/ußte natürlich unwillkürlich über diesen drastischen AusdruckHinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Ina Wentzel, 24.1.1888. lächeln. –

Wenn Sie aber wüßten, wie gut die schlechte Menschenkennerin den Charakter von Herrn Wedekind kennt, so würden Sie ausschauen als wie | an denSchreibversehen, statt: dem. Abend in Ausersiehlam 19.1.1888 [vgl. Ina Wentzel an Wedekind, 18.1.1888].. Da der Prediger so vermessen war über Alexander zu sprechen! –

Wie kann überhaupt ein armer Methodisten Predigervermutlich der Hilfsprediger Heinrich Hartwig (Kramerstrasse 1), der für die Bischöfliche Methodistenkirche in Aussersihl verzeichnet war [vgl. Adressbuch für die Stadt Zürich 1889, Teil III, S. 29 und Teil I, S. 130]. sich so hoch versteigen u. über Weltgeschichte reden !! – so denkt man. –

Mißtrauen soll ich, ja dies thue ich überhaupt, es ist ein Ding der Nothwendigkeit.

Vergessen wasum 90 Grad gedreht nachträglich eingefügt. nicht! = Das will überlegt sein.

Besten Dank für Auskunft
zeichne mit Hochachtung
Ihre ergebene
Ina Wentzel.

Einzelstellenkommentare