Briefwechsel

Wedekind, William und Wedekind, Frank

10 Dokumente

Yverdon-les-Bains, 17. September 1883 (Montag)
von Wedekind, William
an Wedekind, Frank

YverdonWilliam Wedekind begann seine kaufmännische Lehre bei der Familie des Kaufmanns Auguste Verdan in Yverdon und wechselte im November 1883 zum Kaufmann Emile Ruffieux nach Lausanne [vgl. Vinçon 2021, Bd. 2, S. 19]., den 17. September 83.


Lieber Bruder!

Ich danke dir für den Auftragnicht ermittelt. den du für mich ausgerichtet hast aufs Beste. Um gleich auf den Grund meines Briefes zu kommen vernehme folgendes. Du weißt, daß wenn man jung ist wie wir, man das Bedürfniß hat zu leben. Um aber leben zu können braucht man Geld und wenn solches mangelt so sucht man dasselbe von irgend einem guten Freunde zu entleihen. Hat man dasselbe entliehen so muß man es über kurz oder lang zurückbezahlen, was einem aber oft nicht gut möglich ist.

In diesem Falle bin ich!!!

Was kann man in einem solchen Falle thun?

I. Man kann an Papa schreiben, derselbe ist aber im Stande einem das Taschenk/g/eld in folge dessen zu verkürzen; man

II. Man kann an Mamma schreiben. Dieselbe wird aber antworten: „Geschieht dir recht, warum | machst du Schulden“.

Wenn man aber einen Bruder hat, so kann man auch an den schreiben und wenn derselbe den Fürsprecher bei Mamma macht so kann man noch hoffen.

Letzteres habe ich gethan, jetzt hoffe ich! Meine Schulden betragen 7. frs. Mit frs. 5, wäre mir geholfen

Noch einen Wunsch habe ich. Du hast zwei Flöten von mir, welche ich dich bitte mir mit der nächsten Wäsche zu schicken. Da ich aber nicht zwei nöthig habe, so will ich dir die gelbe gegen frs. 2. lassen, denke aber die schwarze zu erhalten.

Auf baldige Antwort hoffend
grüßt dich dein Bruder
W. Lincoln

Einzelstellenkommentare

Aarau, 17. Januar 1884 (Donnerstag)
von Wedekind, Frank
an Wedekind, William

[Hinweis in William Wedekinds Postkarte an Frank Wedekind vom 18.1.1884 aus Lausanne:]


Über deinen Gil Blas kann ich dir leider keine AuskunftHinweis auf das nicht überlieferte Korrespondenzstück, in dem sich Wedekind nach seinem Exemplar des Romans von Lesage erkundigt hatte. geben […]

Einzelstellenkommentare

Lausanne, 18. Januar 1884 (Freitag)
von Wedekind, William
an Wedekind, Frank

Postkarte.
Carte postale. – Cartolina postale.


Herrn F. Wedekind
KantonsschülerFrank Wedekind war Schüler der Kantonsschule in Aarau (Laurenzvorstadt Nr. 585) [vgl. Adreß-Buch der Stadt Aarau 1884, S. 61], die Adresse aber so selbstverständlich, dass sich eine genauere Adressangabe erübrigte.
Aarau
Ct. d’Argovie(frz.) Kanton Aargau. |


Lausanne le 18 Janu. 84


Lieber Bruder!

Über deinen Gil BlasFrank Wedekinds Exemplar des Romans „Histoire de Gil Blas de Santillane“ (1715-1735) von Alain-René Lesage, vermutlich in einer neueren Ausgabe, wobei unklar bleibt, ob er das Buch in der Originalsprache oder in einer Übersetzung besaß. kann ich dir leider keine Auskunft gebenHinweis auf eine Nachfrage Frank Wedekinds in einem nicht überlieferten Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Frank Wedekind an William Wedekind, 17.1.1884. jedoch kann ich dir sagen dass ich auch meinerseits ein Buch vermisse welches mir Frau MercantonWilliam Wedekinds Pensionswirtin in der Rue du midi 4 in Lausanne, „Witwe eines Advokaten“, bei der er „ein Zimmer mit der Aussicht auf den ansteigenden parkähnlichen Garten des größten Hotels von Lausanne, Hôtel Gibbon und darüber auch das Hotel selber“ hatte [Friedrich Wilhelm Wedekind an Armin Wedekind, 21.-28.11.1883, in: Familienarchiv Wedekind, Leichlingen, FW L 49, EFFW (Kopie)]. auf meiner Reisevon Lausanne nach Lenzburg, vermutlich zu Weihnachten. geliehen hatte und welches sich entweder in deiner Stube in dem Tisch neben der KomodeSchreibversehen, statt: Kommode. oder in der Wohnstube auf dem BücherbörtSchreibversehen, statt: Bücherbord. sich befinden muss. SchikSchreibversehen, statt: Schick. es mir ja mit der Wäsche.

Nächste Woche werdet ihr Besuchin Lenzburg; Emile Ruffieux, bei dem William Wedekind seine kaufmännische Ausbildung in Lausanne absolvierte, musste bei seiner Anreise mit der Bahn offenbar in Aarau umsteigen. von Herrn Ruffieux erhalte. Er kommt um 7 Uhr Abends in Aarau an und muss bis um 8 Uhr warten. DesshalbSchreibversehen, statt: Deshalb. thust du gut bis um 7 Uhr in Aarau zu warten damit ihm die Zeit nicht zu lang wird. Wenn du das nicht kannst so hohlSchreibversehen, statt: hol. ihn jedenfalls am Bahnhof ab.

Warum schreibt Papa nicht, ist er nicht wohl. Du thätest mir einen Gefallen mir alle Geburtstage aufzuschreiben da ich dieselben immer wieder vergesse.

Einer günstigen Antwort entgegensehend verbleibe ich Dein Bruder
William

Einzelstellenkommentare

Lausanne, 5. Juni 1884 (Donnerstag)
von Wedekind, William
an Wedekind, Frank

Ich hab von Dir erflehet
Auch nur ein klein Gedicht
Damit im Album stehet
Das Wort: Vergiss mein nicht.


–––


Doch Du hast niemals wollen
Erfüllen mein Verlangen
Darum nun aber sollen
Dir diese Verse prangen, |


Im ersten Blatt des deinen
Damit Dich jeder Wind
Erinnere an andern keinen
Als William Wedekind.


Dein Bruder
Lincoln William


Lausanne, le 5 VI. 84Seit dem 1.5.1884 wohnte Wedekind zusammen mit seinem Bruder Willy bei dem Tierarzt E. Gros in der Villa Mon-Caprice am Chemin de Montchoisy in Lausanne [Vinçon 2021, Bd. 2, S. 28]..

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München, 18. Dezember 1884 (Donnerstag)
von Wedekind, Frank
an Wedekind, Friedrich Wilhelm, Wedekind, William, Wedekind, Emilie (Mati), Wedekind, Donald (Doda), Wedekind, Erika (Mieze), Wedekind, Emilie

München, im December 1884.


Ihr Lieben,

ich wünsche e/E/uch allenDer Brief wendete sich an die Eltern und die zu Weihnachten auf Schloss Lenzburg versammelten Geschwister. eine recht fröhliche Weihnachtszeit und für die Zukunft alles Gute, das der Himmel beschehrenSchreibversehen, statt: bescheren. kann. Von den Herrlichkeiten Münchens wüßt’ ich Euch viel zu erzählen und wills auch thun in einem längeren Briefe so bald die FerienDie Weihnachtsferien der Ludwig-Maximilians-Universität dürften am Montag, den 22.12.1884 begonnen haben und dauerten bis zum 4.1.1885. begonnen haben. Beiliegend einstweilen einige Beispielewohl beigelegte Ansichtskarten oder Fotografien.. Doda möge seinen Schiller brav durchstudiren und zwar mit Maria Stuart anfangen und | Fiesko und die Räuber erst nach dem Wallenstein lesen.

Es ist dies das erste Mal, das ichSchreibversehen, statt: daß ich. Weihnachten in der Fremde zubringen und bin sehr darauf gespannt, wie mir das vorkommen wird. Hoffentlich denkt i/I/hr am Heiligen Abend an unsFrank und Armin Wedekind, die sich ein Zimmer in München (Türkenstraße 30, 1. Stock) teilten.; so wird uns der Verlust und das Heimweh leichter zu ertragen sein. Ich weiß noch nicht recht, ob wir hier in München auch einen Weihnachtsbaum bekommen, aber viel Rares wird wol schwerlich daran hängen und auch die Fröhlichkeit dabei wird nicht den heimischen Familien-Charakter tragen. Aber wenn mir dieses Jahr die Gunst versagt ist, Weihnachten in Euerm lieben Kreise zu feiern, | so weiß ich umso mehr das Glück zu schätzen, einen so herben Verlust schmerzlich empfinden zu können in der schönen Erinnerung an andere Jahre und in der Hoffnung Euch, meine Lieben froh und gesund einst wiederzufinden. –– Mit tausend herzlichen Grüßen an Euch alle zusammen und an den strahlenden Weihnachtsbaum verbleib’ ich in unvergänglicher Treue Euer Franklin.

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Lenzburg, 28. Oktober 1885 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Wedekind, William

Schloß Lenzburg, October 85.


Lieber Willy.

Dein lieber BriefWilliam Wedekinds Brief vom 24.10.1885 an den Vater (dem Briefinhalt zufolge der Adressat) ist nicht überliefert. vom 24Samstag, den 24.10.1885. hat große Beruhigung bei uns hervorgerufen. Anderseits aber war Papa wiederum enttäuscht, da er sich den Schülerbestand des EtablissementsWilliam Wedekind besuchte in Saronno die Schule von Prof. Giovanni Battista Torretta, der in der Presse regelmäßig annoncierte, so zum Beispiel in einer in Bern erschienenden Zeitung: „Institut Torretta in Saronno. Unterzeichneter und sein im Jahre 1872 verstorbener Bruder, Professor A. Torretta, haben im Jahre 1860 in Rho gemeinsam ein unter ihrer Leitung stehendes Kolleg gegründet. Im Oktober 1877 verlegte der Unterzeichnete dieses Institut nach der gewerbreichen Stadt Saronno, an der Bahn zwischen Mailand und Como. Dort steht dieß Institut zur Zeit in schönster Blüthe. In demselben wird jungen In- und Ausländern kaufmännischer und technischer Unterricht ertheilt. Nach gegenseitiger Uebereinkunft wird den jungen Leuten auch praktischer Unterricht in der italienischen, deutschen, französischen, russischen und englischen Sprache ertheilt. Außerdem steht das Institut im Rufe einer vorzüglichen Pension […] Prof. Dr. G. B. Torretta. Pensionspreis, Alles inbegriffen, monatlich Fr. 90.“ [Der Bund, Jg. 32, Nr. 227, 18.8.1881, S. (8)] Später firmierte die Schule als: „Internationales Unterrichts-Institut Torretta, Saronno bei Mailand (in der Nähe der Eisenbahnstation), für Ausländer, welche die italienische Sprache in wenigen Monaten lernen wollen. Pensionspreis: Fr. 90 monatlich, Unterricht, Kost, Wohnung, Beleuchtung, Reinigung und Plätten der Wäsche, sowie Nebenausgaben inbegriffen.“ [Der Bund, Jg. 39, Nr. 245, 4.9.1888, S. (6)] ein wenig größer vorgestellt hatte. Daß der Unterricht in den Classen dem hiesigen Gemeindeschulunterricht ungefähr gleichkomme, meint Papa, sei doch wol ein wenig übertrieben, da ja die Kinder der besseren Familien ihre Bildung | darin suchen. Du bittest Papa um einen DictionaireSchreibversehen, statt: Dictionnaire (frz.) = Wörterbuch., worauf Papa sich nach seinem früherenFrancesco Valentinis „Taschen-Wörterbuch der italienischen und deutschen Sprache. In zwei Theilen“ (10. Auflage, Leipzig 1878). Neben diesem zweibändigen Werk hat Francesco Valentini, Professor für Italienisch in Berlin, auch ein umfassendes vierbändiges Nachschlagewerk herausgegeben: „Vollständiges deutsch-italienisches und italienisch-deutsches grammatisch-praktisches Wörterbuch. Gran dizionario grammatico-pratico tedesco-italiano, italiano-tedesco“ (4 Bände, Leipzig 1831-1836). , dem Valentini erkundigte. Ich sagte ihm den hätt er mir gegeben und als ich kein Italiänisch mehr gehabt hätte, hätt’ ich ihn Dir gegeben und Du müßte hättest mir den E einen Band in LausanneWilliam Wedekind absolvierte seit November 1883 in Lausanne eine kaufmännische Lehre. Frank Wedekind studierte dort nach seinem Abitur im April 1884 ein Semester lang Literaturwissenschaft und „wohnte bis Juli 1884 mit seinem Bruder bei dem Tierarzt E. Gros in der Villa Mon-Caprice am Chemin de Montchoisy“ [Vinçon 2021, Bd. 2, S. 28] (das war Emile Daniel Gros). wieder zurückgegeben. Diesen einen Band wirst du nun mit der Wäsche erhalten und sollst mir schreiben ober der andere Band noch in Deinem Besitze sei.

Daß Euch im Tag nur eine reguläre Unterrichtsstunde gegeben werde, sei auch sehr wenig. Daher mögest du in den Stunden der Schule doch zuhören, so viel dir immer möglich sei und mögest dich besonders des Italiänisch-Sprechens | befleißigen. –

Ich bleibe jetzt noch bis nächsten Montagbis zum 2.11.1885, wie sich aus einem Brief Frank Wedekinds von Ende November ergibt: „seit fast einem Monate bin ich nun wieder in München“ [Frank Wedekind an Friedrich Wilhelm Wedekind, 27.11.1885]. hier, dann gehe ich wieder nach MünchenWedekind studierte seit dem Wintersemester 1884/85 auf Wunsch seines Vaters Jura in München.. Gestern Abend traf Armin für einige Tage ein. Den Ami Piffardder Roman „Mon Ami Piffard et Chipolata“ (1844) des französischen Erfolgsschriftstellers Paul de Kock. Die deutschen Übersetzungen (seit 1845) übersetzten auch den Titel, so dass Wedekinds Nennung des Originaltitels nahelegt, dass er den Roman auf Französisch gelesen hat. Paul de Kock „wurde bei seiner pikanten, oft leichtfertigen und schlüpfrigen Darstellung der Sitten und Gebrechen der Pariser Gesellschaft bald der Liebling des französischen Leihbibliothekenpublikums.“ [Meyers Konversations-Lexikon. Band 9. Vierte Auflage. Leipzig 1887, S. 910] hab ich mit vielem Vergnügen gelesen. Jetzt werd’ ich dann die Nana„Nana“ (1880), der neunte Band des naturalistischen Romanzyklus „Les Rougon-Macquart“ (1871-1893) von Emile Zola, später eine der Quellen von Wedekinds „Lulu“-Tragödie [vgl. KSA 3/II, S. 967]. in die Hand nehmen. In München werd ich mich jedenfalls nach Lectüre für Dich umsehen. – Tante JahnZu der Apothekerwitwe Bertha Jahn – Frank Wedekind bezeichnete sie als seine ‚erotische Tante‘ [vgl. Kutscher 1, S. 106] – pflegte er seit Mitte August 1884 ein „Liebesverhältnis“ [Vinçon 2021, Bd. 2, S. 120], das er zu beenden dachte (siehe unten). ist richtig dahinter gekommenwohl Anspielung auf einen Versuch, das Liebesverhältnis (siehe oben) zu beenden, vergleichbar jenem „fingierten Distanzierungs- und Täuschungsversuch[ ] Bertha Jahn gegenüber, er habe sich in eine Angelika verliebt“ [Vinçon 2021, Bd. 2, S. 120], dokumentiert in einem Brief an sie [vgl. Wedekind an Bertha Jahn, 9.11.1885].. Es gab einen großen Krach mit schlaflosen Nächten, langen Moralpredigten und vielen rührenden GedichtenGedichte Wedekinds an Bertha Jahn und gemeinsame Gedichte sind überliefert [vgl. KSA 1/I, S. 153-172, 383; vgl. dazu KSA 1/I, S. 781].. Ich hab aber alles wieder ins beste Geleis gebracht. – Und nun leb’ wohl b/a/uf baldiges w/W/iedersehn bleib ich mit besten Grüßen Dein treuer Bruder
Franklin.


[Kuvert:]


Signore W. Wedekind
p. a. Signore B. G. Torretta
die/r/ectore del institutione comerzial
Sarronna/ofehlerhafte Sofortkorrektur, statt: Saronno./
presso(ital.) bei. di Milano.

fr.Der Hinweis ‚franco‘ (frei) verweist darauf, dass Frank Wedekind das Briefporto bezahlt hat.

Einzelstellenkommentare

Saronno, 8. Februar 1886 (Montag)
von Wedekind, William
an Wedekind, Frank

UNIONE POSTALE UNIVERSALE
CARTOLINA ITALIANA PER LESTERO
CENTISIMI DIECI


A Signore f/F/. Wedekind
Schellingstrasse 27. III.
München.
Baviera.


NB Su questo lato non deve
scriversi che il solo indirizzio. |


Saronno 8.II.86.


L. F.

Ich bin einverstandenZu Friedrich Wilhelm Wedekinds 70. Geburtstag am 21.2.1886 kümmerten sich Armin und Frank Wedekind um ein gemeinsames Geschenk und wählten eine Hermesbüste für 32 Franken [vgl. Armin Wedekind an Frank Wedekind, 12.2.1886]. wenn du einstweilen das Geld beschaffen kannst. Ich habe in Laus. noch 100 frs. Schulden u. kann somit nicht baar bezahlen. Es hängt also von Dir ab u. bitte ich Dich doch zu schreiben was beschlossen worden ist. Schicke mir lieber wenn Du kannst eine Literaturgeschichte. In aller Eile
Dein Bruder
L. William


[um 180 Grad gedreht zwischen Anrede und Text:]


Das GedichtFrank Wedekind verfasste im Namen der drei Brüder ein langes Gedicht zum Geburtstag des Vaters: „UNSERM LIEBEN VATER DR. F. W. WEDEKIND zum siebzigsten Geburtstage DEN 21. FEBR. 1886.“ [Frank Wedekind an Friedrich Wilhelm Wedekind, 20.2.1886; vgl. KSA 1/I, S. 205-235; KSA 1/II, S. 2109-2122], das er mit: „seine Söhne: / A. Wedekind. / B. Franklin / William. L.“ unterzeichnete. Das Gedicht hat Armin Wedekind, der als einziger der drei Brüder am Geburtstag des Vaters auf Schloss Lenzburg war, vorgelesen [vgl. Armin Wedekind an Frank Wedekind, 25.2.1886]. brauchst Du mir nicht zu schicken.

Einzelstellenkommentare

Lenzburg, 23. Juli 1889 (Dienstag)
von Wedekind, William
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Frank Wedekinds Tagebuch vom 1.8.1889 in München:]


Ich habe Briefschulden nach allen Himmelsgegenden, wohl am dringenstenSchreibversehen, statt: dringendsten. Willy gegenüber der mir seine Verlobung und HochzeitWilliam Wedekind und Anna Wilhelmine Kammerer heirateten am 25.7.1889. Frank Wedekinds Schwester Emilie (Mati) hatte Frank Wedekind in ihren Geburtstagsglückwünschen ebenfalls über William Wedekinds unmittelbar bevorstehende und offenbar überraschende Hochzeit informiert (irrtümlich für den 26.7.1889) [vgl. Emilie (Mati) Wedekind an Frank Wedekind, 23.7.1889]. angezeigt und dem gegenüber ich mich noch mit keiner Sylbe darüber geäußert.

Einzelstellenkommentare

Lenzburg, 26. Juli 1889 (Freitag)
von Wedekind, Anna Wilhelmine und Wedekind, William
an Wedekind, Frank

[Visitenkarte:]


Anna W. Kammerer


New-York


[Billet:]


Mr & Mrs L. W. Wedekind

25. Juli 1889William Wedekind und Anna Wilhelmine Wedekind (geb. Kammerer) haben am 25.7.1889 in Zürich geheiratet [vgl. Vinçon 2021, Bd. 2, S. 19], wie Frank Wedekind am 31.7.1889 in München die Heirat seines Bruders mit seiner Cousine aus New York registrierte: „Willi hat Hochzeit gehalten augenscheinlich in Zürich.“ [Tb] Er hatte am 25.7.1889 noch irrtümlich angenommen: „Willi will nächste Woche Hochzeit halten.“ [Tb].


Lenzburg


[Kuvert:]


Herrn Fr. Wedekind
Genthinerstr. 28
Hinterhaus VI.
BerlinWedekind war seit dem 5.7.1889 von Berlin zurück in München, wo er sich zur Zwischenmiete in der Adalbertstraße 41 (4. Stock) einmietete [vgl. Tb] und dann am 18.7.1889 in die Akademiestraße 21 (3. Stock) in ein Zimmer bei Anna Mühlberg umzog [vgl. Tb], wie auch an den Postzustellvermerken auf dem Kuvert nachzuvollziehen ist (siehe zur Materialität).

Einzelstellenkommentare

München, 2. August 1889 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Wedekind, William

[Hinweis in Frank Wedekinds Tagebuch vom 2.8.1889 in München:]


Brief an Willy.

Einzelstellenkommentare