Kennung: 2896

Lenzburg, 7. April 1889 (Sonntag), Widmung

Autor*in

  • Wedekind, Frank

Adressat*in

  • Henckell, Karl

Inhalt

Seinem lieben Karl Henckell
Der VerbrecherWedekind dürfte hier auf die Figur des Hochstaplers Dr. Steiner aus seinem Lustspiel „Der Schnellmaler“ anspielen, der im Stück als ein gesuchter Verbrecher entlarvt (Szene III/7), aber dann doch nicht verhaftet wird; der Kommissär bemerkt (Szene III/8): „Die Justiz kennt gottlob kein Ansehen der Person. Ob schuldig oder unschuldig, vor dem Gesetz gilt jeder Verbrecher gleich.“ [KSA 2, S. 92].


Franklin Wedekind.


Der Schnellmaler.

Große tragikomische Originalcharakterposse
in drei Aufzügen.


Zürich 1889.

Verlags-MagazinKarl Henckell hat einige seiner Bücher im Verlags-Magazin (J. Schabelitz) in Zürich veröffentlicht – ein für die Literatur der frühen Moderne einschlägiger Verlag, den er Wedekind für den Druck des Lustspiels in Zürich vermittelt hat [vgl. KSA 2, S. 546], wie Wedekind später in einem Interview erzählte: „Obgleich ich durchaus keinen Drang zu weiterem dramatischen Schaffen in mir fühlte, da mir meine Stellung bei Maggi reichlich Geld eintrug, ließ ich, vielleicht gerade wegen meiner guten Besoldung, den ‚Schnellmaler‘ ein Jahr später bei Schabelitz durch Vermittlung von Karl Henckell drucken“ [Josef M. Jurinek: Frank Wedekinds literarische Anfänge. Unveröffentlichte Bekenntnisse des Dichters. In: Neues Wiener Journal, Jg. 24, Nr. 8215, 12.9.1916, S. 6]. Insofern spielte der Freund, der seinerzeit in Zürich lebte, für den „Schnellmaler“ eine herausragende Rolle..
(J. Schabelitz.)

Einzelstellenkommentare

Materialität des Dokuments

Bestehend aus 1 Blatt, davon 1 Seite beschrieben

Schrift:
Kurrent.
Schreibwerkzeuge:
Feder. Tinte.
Schriftträger:
Papier. Buchseite. 9,5 x 15,5 cm. Mit gedrucktem Text.
Schreibraum:
Im Hochformat beschrieben.
Sonstiges:
Die Widmung hat Wedekind oben auf den Umschlag der Erstausgabe seines Lustspiels „Der Schnellmaler oder Kunst und Mammon. Große tragikomische Originalcharakterposse in drei Aufzügen“ (1889) geschrieben, der im Unterschied zum Titelblatt den erläuternden Untertitel „oder Kunst und Mammon“ nicht enthält [vgl. KSA 2, S. 551].

Datum, Schreibort und Zustellweg

Der 7.4.1889 ist als Ankerdatum gesetzt – in Anlehnung an die Datierung einer fast gleichlautenden Widmung in der Erstausgabe des Lustspiels „Der Schnellmaler“ [vgl. Wedekind an Oskar Schibler, 7.4.1889]. Wedekind hielt sich seit dem Tod des Vaters (10.11.1888) bis zu seiner Abreise nach Berlin, wo er spätestens am 18.5.1889 eintraf [vgl. Frank Wedekind an Emilie Wedekind, 19.5.1889], in Lenzburg auf.

  • Schreibort

    Lenzburg
    7. April 1889 (Sonntag)
    Ermittelt (unsicher)

  • Absendeort

    Lenzburg
    Datum unbekannt

  • Empfangsort

    Zürich
    Datum unbekannt

Informationen zum Standort

Stadtbibliothek Hannover

Hildesheimer Straße 12
30169 Hannover

Informationen zum Bestand

Name des Bestandes:
Niedersächsisches Handschriftenarchiv
Standort:
Stadtbibliothek Hannover (Hannover)

Danksagung

Wir danken der Stadtbibliothek Hannover für die freundliche Genehmigung der Wiedergabe des Korrespondenzstücks.

Zitierempfehlung

Frank Wedekind an Karl Henckell, 7.4.1889. Frank Wedekinds Korrespondenz digital. https://briefedition.wedekind.fernuni-hagen.de (03.04.2025).

Status der Bearbeitung

In Bearbeitung
Zum Prüfen bereit
Freigegeben

Erstellt von

Ariane Martin

Zuletzt aktualisiert

20.12.2024 10:08